Chateau Montelena ist das älteste Weingut im kalifornischen Weinbaugebiet Napa Valley AVA, USA.
1882 erwarb der Unternehmer Alfred L. Tubbs aus San Francisco 254 Morgen Land, zwei Meilen nördlich von Calistoga am Mount Saint Helena. Schon nach vier Jahren exportierte er seinen Wein nach Frankreich. Während der Prohibitionszeit in Amerika (1920 bis 1933) stand die Kellerei still. Nachdem das Verbot aufgehoben wurde, nahm die Familie Tubbs den Weinkellerei-Betrieb wieder auf, bis sie ihn 1958 verkauften.
Das Weingut ging in die Hände des Ehepaares Yort und Jeanie Frank über, die neben dem Weinbau auch eine Pension in den historischen Gebäuden eröffneten. Unter der Führung des Winzers Mike Grgich und des Önologen James Barrett wurde der Weingarten neu angelegt und modernisiert. 1972 wurde der erste Wein aus der Zinfandel-Traube produziert.
Vier Jahre später, also im Jahr 1976, erreichte die Weinkellerei Chateau Montelena bei der Weinjury von Paris internationale Anerkennung. In einer Blindverkostung verwies der 1973er Chateau-Montelena-Chardonnay alle anderen Chardonnays inkl. der führenden weißen Burgunder auf die Plätze.
Im Juli 2008 wurde bekannt, dass Michel Reybier, Eigner des Bordeaux Weinguts Château Cos d’Estournel, Chateau Montelena von Jim und Bo Barret übernahm. Über die Kaufsumme wurde Stillschweigen vereinbart. Die Leitung des Tagesgeschäfts obliegt seit dem Weinjahrgang 2008 Bo Barrett, Greg Ralston, dem Kellermeister von Cos d’Estournel Dominique Arangoits, sowie Jean-Guillaume Prats, Geschäftsführer von Cos d'Estournel.
Selbst in schwierigen Jahrgängen gelingt auf Montelena immer ein großer Wein. Bildete man eine Parker-Durchschnittsnote der letzten 20 Jahrgänge, würde Montelena in der Spitze der allerbesten Weine weltweit landen! Zu Recht also wird er schon seit langem zu den „Premiers Crus“ aus Kalifornien gezählt.
Diese unglaubliche Geschichte des " Paris Tasting " wurde 2008 im Hollywoodfilm „Bottle Shock“ nacherzählt, mit dem unvergleichlichen Alan Rickman (Professor Snape in „Harry Potter“) als Steven Spurrier, Bill Pullman als Jim und Chris Pine als „Hippie“ Bo Barrett in den Hauptrollen.
Château Le Pin ist ein kleines Weingut in Pomerol, einem Weinbaugebiet im Bordelais um Bordeaux im Südwesten Frankreichs.
Im Jahr 1924 erwarb Madame Loubie einen kleinen Weinberg. Das Weingut umfasste bis 1979 nur einen einzigen Hektar. Nach dem Tod von Madame Loubie wurde es von der Familie Thienpont, denen auch das benachbarte Vieux Château Certan gehört, erworben. 1984 wurden 0,3 ha hinzugekauft, und 1985 wuchs das Gut um weitere 0,65 ha. Anstatt die Weinberge dem Vieux Château Certan hinzuzufügen, beschlossen die neuen Besitzer, aus dem „Le Pin“ einen neuen Spitzenwein zu machen. Genau wie beim Vorbild Château Pétrus wurde auf die Bezeichnung „Château“ auf dem Etikett verzichtet. In der Tat gelang es innerhalb weniger Jahre, Le Pin in der Spitzengruppe von Pomerol zu etablieren. Mit dem Ansatz, auf einem winzigen Gut mit kompromissloser Konsequenz einen herausragenden neuen Wein zu schaffen, wurde Le Pin zum ersten „Garagenwein“ von Bordeaux.
Der nur „Le Pin“ genannte Wein des Gutes gehört zu den teuersten Rotweinen der Welt. Eine Flasche des Jahrgangs 1990 kostet beispielsweise mindestens 1.000 € – sofern man ihn überhaupt erstehen kann. Auf dem 2 Hektar kleinen Gut werden höchstens 8.000 Flaschen pro Jahr erzeugt. Mit 92 % Merlot zählt dieser fast reinsortige Wein zum Besten, was die Appellation Pomerol zu bieten hat. Seine insbesondere ab Ende der achtziger Jahre herausragende Qualität und die Tatsache, dass es diesen Wein nur in äußerst geringen Mengen gibt, machen ihn zu einem begehrten Spekulationsobjekt.
Die herausragende Qualität verdankt der „Le Pin“ vor allem zwei Tatsachen: Zum einen besitzt es eines der besten Terroirs des Plateaus von Pomerol, lehmdurchsetzter Kiesboden auf eisenhaltigem Kalksteingrund („Crasse de Fer“). Zum anderen lässt man dem Wein jede nur denkbare Sorgfalt angedeihen: strenge Ertragsbeschränkung auf rund 30 Hektoliter pro Hektar, Handlese, Gärung in Edelstahl und Ausbau ausschließlich in neuen Barriques, in denen auch schon die malolaktische Gärung stattfindet. Der Wein wird während des 18–24 Monate dauernden Fassausbaus alle drei Monate abgezogen, mit Eiweiß geschönt und schließlich ohne Filterung abgefüllt.
Das Château Lafite-Rothschild in Pauillac bei Bordeaux ist eines der berühmtesten Châteaus der Welt. Das Gut verfügt über 178 Hektar Landbesitz, von denen 103 Hektar dem Weinbau gewidmet sind.
Inhaber und Klassifikation
Das Gut ist im Besitz des französischen Zweiges der Bankiersfamilie Rothschild. Bei der Bewertung der Weingüter von Bordeaux anlässlich der Weltausstellung in Paris1855wurde die herausragende Stellung von Lafite-Rothschild mit dem Rang eines Premier Cru Classé gekrönt. Diese Bewertung erfolgte entlang der in Handelskreisen langjährig geführten Ranglisten, nach erzielbaren Verkaufspreisen der Weine. In diesen Listen belegte Lafite-Rothschild lange den ersten Platz. Außer Lafite-Rothschild in Pauillac fanden sich in der offiziellen Klassifikation von 1855 nur die Güter Château Latour im gleichen Ort, Château Haut Brion in Pessac und dasChâteau Margaux in Margaux als Premier-Cru-Weingüter. Das Weingut Lafite-Rothschild hat als Besonderheit die Berechtigung, abseits der Orts-Appellation Pauillac eine kleine Fläche von 4,5 Hektar aus der Nachbargemeinde Saint-Estèphe mit verschneiden zu dürfen.
Lage
Das Gut liegt in Pauillac im Norden, unmittelbar an der Gemeindegrenze zu Saint-Estèphe im Tal vor der Anhöhe und neben dem ehemaligen Schwestergut Château Mouton-Rothschild, an der „Route du Vin“, der Départementstraße No.2. Die Rebflächen von Château Lafite-Rothschild als auch die des weiter südlich gelegenen Château Mouton-Rothschild liegen auf einer bis zu 30 Meter hohen Kuppe. Die mehr als 8 m mächtige Kiesauflage dieserKuppe ruht auf einem Kalksockel. Dieser Deckenschotter stammt aus Ablagerungen der nahegelegenen Gironde, die zu Ende der Günz-Kaltzeitaus den Pyrenäenfluvoglazial angeschwemmt wurden. Auf diesem Boden gedeiht die Rebsorte Cabernet Sauvignon vorzüglich. Neben der Tatsache, dass es sich um einen ausgesprochen kargen Boden handelt und die Erträge somit auf natürliche Weise reduziert sind, trägt der durch den Kies begünstigte Wärmehaushalt der Rebfläche zu einer früheren Reife der Rebsorte bei. Durch die mächtige Kiesauflage ist die Rebpflanze gezwungen, die Wurzeln sehr tief in den Boden zu treiben; das Angebot der Nährstoffe ist dabei vielfältiger und beeinflusst in geringem Maße die Aromenvielfaltdes Weins. Die Rebparzellen von Lafite-Rothschild verfügen darüber hinaus über eine hervorragende Drainage zur Jalle du Breuil hin. Die Jalle du Breuil wurde im Mittelalter von Holländern angelegt, um das damals sumpfige Médoc trockenzulegen.
beträgt 103 ha; sie ist zu 71 % mit Cabernet Sauvignon bestockt, zu 25 % mit Merlot, zu 3 % mit Cabernet Franc und zu 1 % mitPetit Verdot. Das durchschnittliche Alter der Reben beträgt 30 Jahre. Da der Wein aus Reben, die jünger als 10 Jahre sind (aktuell ca. 20 Hektar), nicht in den Grand Vin eingehen, beträgt das Durchschnittsalter für den Erstwein 40 Jahre. Die Parzelle la Gravière wurde im Jahr 1886 bepflanzt und war im Jahr 2001 immer noch in Ertrag. Das Weingut produziert in normalen Jahren einschließlich des Zweitweines „Carruades de Lafite“ etwa 500.000 Flaschen Wein. Château Lafite-Rothschild wird vom Önologen Jacques Boissenot sowie dessen Sohn Eric begleitet und beraten. Lafite hat eine jahrhundertelange Reputation für Höchstklassewein, der das Gut jedoch im 20.Jahrhundert nicht jederzeit gerecht wurde. Erst seit den 1980er Jahren erzeugt es beständig wieder Spitzenweine. Die besten Weine wurden von dem Weinkritiker Robert Parker mit vollen 100Parker-Punktenausgezeichnet: die Jahrgänge 1953, 1982 (im Juni 2009 auf 97+ PP herabgestuft), 1986, 1996, 2000, 2003 und 2008 (98–100 PP). Der Wein des Jahres 1959 (99 PP) hat einen exzellenten Ruf. Er wird in ganz seltenen Fällen im Handel zu vierstelligen Preisen offeriert (Stand 2007: ca. 1.690 Euro). Es gibt Weinkenner, die auf die letzten Lafite-Jahrgänge vor der Reblaus-Katastrophe schwören und bereit sind, für eine Flasche Lafite vor 1875 je nach Jahrgang vereinzelt fünfstellige Euro-Preise zu zahlen. Eine Flasche des Jahrgangs 1899 wurde im Mai 2007 im Pariser Kaufhaus „Galeries Lafayette“ für 8385 Euro zum Kauf angeboten.
Geschichte
Unabhängig von einer Datierung des Besitzes lässt sich der Name Lafite urkundlich bis in das Jahr 1234 zurückverfolgen. Gombaud de Lafite war damals Abt des Klosters von Vertheuil nördlich von Pauillac. Darüber hinaus lässt sich bis in das 14. Jahrhundert die Lehnsherrschaft der Seigneurie de La Fitte zurückverfolgen. Der Name lässt sich auf den Ausdruck la hite zurückführen, der im Dialekt der GascogneHügel bedeutet. Belegt ist, dass ein Teil des heutigen Grundbesitzes im 17. Jahrhundert dem Lehnsherrn von la Fitte Joseph (Saubat) de Pommiers gehörte. Als dieser um das Jahr 1670 starb, ging der Besitz an seine Ehefrau Jeanne de Gasq über, da die Ehe kinderlos blieb. Jeanne heiratete im Jahr 1670 den Lehnsherrn von Bègles, Jacques de Ségur. Unter seiner Führung wurden die landwirtschaftlichen Nutzflächen des Gutes zum Teil in Rebflächen umgewandelt. Alexandre de Ségur, zweiter Sohn der Ehe zwischen Jaques und Jeanne, heiratete im Jahr 1695 Marie-Thérèse de Clauzel, Alleinerbin von Château Latour. Mit dieser Liaison begann eine Ära, in der die Familie Ségur mit Lafite, Latour, Château Phélan Ségur sowie kurzzeitig auch Château Mouton ein beeindruckendes Portfolio an erstklassigen Weingütern besaß. Der im Jahr 1697 geborene Nicolas-Alexandre de Ségur stieg nachweislich im Jahr 1716 in das Familienunternehmen ein. Der später als Prince des Vignes(franz.: Prinz der Weinfelder) bekannt gewordene Nicolas-Alexandre machte den Wein europaweit bekannt. In den Geschäftsbüchern des Weingutes ist überliefert, dass Großbritanniens erster Premierminister Robert Walpole in den Jahren 1732–1733 viermal pro Jahr je ein Barrique Wein bei Lafite orderte. Louis François Armand de Vignerot du Plessis, seit 1745 Marschall von Frankreich, machte den Wein auch am königlichen Hof von Versailles bekannt. Nach dem Tod von Nicolas-Alexandre de Ségur, der von Ludwig XV. zum Marquis ernannt wurde, ging der Besitz an seine vier Töchter über. Lafite wurde an Marie-Thérèse vererbt, die Aléxandre de Ségur-Calon heiratete. Deren Sohn Nicolas Marie Alexandre de Ségur erbte schließlich das Weingut, musste es jedoch aufgrund einer erdrückenden Schuldenlast im Jahr 1784 veräußern. Nachdem ein Herr de Monthieu zwischenzeitlich als Käufer auftrat, ging das Gut kaum zwei Jahre später an den Präsidenten des Parlementsvon Bordeaux, Nicolas Pierre de Pichard. Er stand der Familie de Ségur nahe, so dass diese ihren Einfluss auf das Gut weiterhin ausüben konnte. Während der Französischen Revolution wurde de Pichard am 30. Juni 1794 hingerichtet und das Gut in Staatseigentum überführt. In einem Schreiben vom 24. Mai 1787 bescheinigt Thomas Jefferson den Weinen den Rang eines Premier Cru. Am 12. September 1794 wurde eine öffentliche Versteigerung durchgeführt. Château Lafite ging an den Holländer Jean de Witt. De Witt überließ die technische Leitung Joseph Goudal, der das Gut trotz mehrfacher späterer Besitzerwechsel die nächsten Jahrzehnte leitete. De Witt musste aber bereits im Jahr 1800 das Gut an die drei Holländer Baron Jean Arend de Vos Van Steenvwyck, Othon Guillaume Jean Berg und Jean Goll de Franckenstein verkaufen. Im Jahr 1816 ging das Gut an die Familie Vanlerberghe. Ignace-Joseph Vanlerberghe war ein bedeutender Getreidehändler und wichtiger Lieferant der französischen Armee. Verheiratet war er mit Barbe-Rosalie Lemaire. Als ihr Ehemann im Jahr 1821 verstarb, verkaufte sie das Gut an den britischen Bankier Samuel Scott. Bis in das Jahr 1867 leitete erst Samuel Scott und später dessen Sohn das Weingut, während sie Joseph Goudal die Leitung des Tagesgeschäfts überließen. Als im Jahr 1866 die Nachfolgeregelung von Aimé-Eugène Vanlerberghe (Sohn von Ignace-Joseph und Barbe-Rosalie) anstand, stellte sich heraus, dass Château Lafite weiterhin der Familie Vanlerberghe gehörte und der Verkauf im Jahr 1821 rein fiktiver Art war, um dem französischen Gesetz der Erbteilung zu entgehen. Samuel Scott war als Hausbankier der Familie Vanlenberghe lediglich als Strohmann vorgeschickt worden und deckte so die Absichten der Familie. Der Besitz ging entgegen den ursprünglichen Absichten von Barbe-Rosalie Lemaire dennoch an die drei Schwestern von Aimé-Eugène, Comtesse de Villoutreys, Comtesse de Cornudet und Comtesse Duchâtel. Die drei Familien einigten sich schließlich auf eine öffentliche Versteigerung des Gutes, die am 8. August 1868 abgeschlossen wurde. Käufer war James Mayer Rothschild; die Gebotssumme lag bei 4,4 Millionen Francs.
Die Ära Rothschild Bereits am 11. Mai 1853 hatte Nathaniel de Rothschild, Neffe und Schwiegersohn von James Mayer, das benachbarte Château Mouton-Rothschild erworben. Über die wahren Absichten des Kaufs von James Mayer wurde viel spekuliert. Die wahrscheinlichste scheint zu sein, dass er das Weingut als hervorragendes Renditeobjekt ansah. Château Lafite wurde zum Anlass der Weltausstellung 1855 in den Rang eines Premier Grand Cru eingestuft und bestätigte damit die bereits 1815 veröffentlichte Einstufung von Abraham Lawton. Den Geschäftsbüchern von Lafite kann man entnehmen, dass die Verkaufspreise der Weine in der Folge regelrecht explodierten, und die Preise des superben Jahrgangs 1868 sollten ein Jahrhundert lang nicht mehr übertroffen werden. James Mayer starb bereits drei Monate nach dem Erwerb. Die Leitung des Weingutes übernahmen seine drei Söhne Alphonse, Gustave und Edmond. Die generelle Blütezeit derMédoc-Weine sollte schließlich noch fast 15 Jahre anhalten, wurde jedoch durch Mehltau, Reblaus und später durch die Kriegswirren und die Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre vielfach unterbrochen. Zwischen 1882 und 1915 wurden etliche Jahrgänge aus Qualitätsgründen nicht abgefüllt. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Weingut ab Juni 1940 von der deutschen Wehrmacht besetzt, und es wird berichtet, Hermann Göring hätte das renommierte Gut gerne besessen. Die Besitztümer der Familie Rothschild wurden beschlagnahmt, und Château Lafite wurde im Jahr 1942 in eine Landwirtschaftsschule umgewandelt. Nach dem Krieg konnte der Enkel von Gustave, Baron Élie de Rothschild, das teils zerstörte Gut, mittlerweile unter dem Namen Lafite-Rothschild, zurückgewinnen. Beflügelt durch die drei außergewöhnlich guten Jahrgänge 1945, 1947 und 1949 begann er mit einer ganzen Reihe von Instandsetzungsmaßnahmen an den Gebäuden und in den Weinfeldern. Anfang der 1960er Jahre fruchteten die Verkaufsbemühungen des bordelaiser Weinhandels, da sich neue Märkte, insbesondere der Markt der Vereinigten Staaten öffneten. Zu Anfang der 1970er Jahre produzierte man jedoch zu tanninreiche Weine, die sich später nicht harmonisch entwickelten. Ab dem Jahr 1974 wurde Élie auf dem Gut von seinem Neffen Éric de Rothschild unterstützt. Eric intensivierte die Investitionen und tauschte das technische Personal aus. Im Jahr 1987 investierte er in einen 2.200 Barriques fassenden kreisrunden Fasskeller, der vom katalanischen Architekten Ricardo Bofill entworfen wurde. Über die zu Château Lafite-Rothschild gehörende Gesellschaft Domaines Barons de Rothschild (DBR) mit Sitz in Bordeaux, hat Baron Éric de Rothschild im Laufe der Jahre mehrere Weinbauunternehmen in Frankreich (Château Rieussec (1984), Château Paradis Casseuil (1984) Château l’Évangile (1990), Domaine d'Aussieres (1999)) und in Übersee (Viña Los Vascos (1988), Weinberge auf der Halbinsel Penglai in der Provinz Shandong in China (2008)) erworben. Zusätzlich besitzt DBR seit 1962 das Château Duhart-Milon-Rothschild und vertreibt seit 1993 die Weine des Baron Benjamin de Rothschild gehörenden Weingutes Château Peyre-Lebade. Außerdem ist DBR verantwortlich für das Management von Château Lafite-Rothschild und für das Marketing und den Vertrieb seines Weins.
1996 Château Lafite-Rothschild Pauillac A.C., 1er Cru Classé
Kräftiges Rubingranat, mit violetten Reflexen. In der Nase stark rauchig-würzig unterlegtes Brombeergelee und etwas Dörrzwetschken. Am Gaumen wieder dunkelbeerig mit straffen, tragfähigen Tanninen. Ein wirklich vielschichtiger Wein mit pfeffrige Noten im Abgang, im Nachhall nach Schlehen und Edelschokolade. Ein echter Langstreckenläufer, der mit der Zeit noch an Süße gewinnen wird.
Das Bukett ist zurückhaltend und beginnt sich zu öffnen. Fruchtige Noten, die leicht an kandierte Früchte erinnern. Im Anklang füllig, dann entwickelt sich ein großzügiges Gleichgewicht, opulent und von großer Eleganz. Im Abgang sehr lang, schmeichelnd und seidig. Nach einem regnerischen Winter und einem kühlen Frühling war es im Juni und Juli trocken und warm. August zeigte sich mild und September sonnig, aber nicht sehr heiß. Die Trauben reiften langsam heran und es hieß geduldig abzuwarten, bis das optimale Reifestadium erreicht war. Deshalb begann die Weinlese erst Ende September. Der Grand Vin des muss nicht mehr vorgestellt werden. Schon 1815 verlieh ihm Abraham Lawton höchste Ehren: : « Er besitzt am meisten Eleganz und Delikatesse und hat den feinsten Saft der drei », eine Klassifizierung, die 1855 bestätigt wird. Um seinen alle Jahrgänge übergreifenden Charakter zu beschreiben, möchten wir das Wort eines versierten Weinliebhabers zitieren : « .. .was auch immer passiert, alle Weine des Château Lafite duften nach Mandel und Veilchen !»
2010 Château Lafite-Rothschild Pauillac A.C., 1er Cru Classé
Ein Name, ein magischer Klang, ein Mythos und für viele Weinkenner der Olymp der himmlischen Weinfreuden: Château Lafite-Rothschild! Was für Legenden unter den Weinen weltweit erblickten hier schon das Licht der Welt. Für wie viele Gewächse reichten die Bewertungsskalen der Kritiker und Fachleute kaum noch aus, um dem gerecht zu werden, was sie im Glas vorfanden. Er duftet komplex nach Johannisbeeren, Pflaumen, Waldboden und nach edlem Holz wie Mahagoni. Sein moderater Alkohol trägt die komplexe Mineralität, am Gaumen zeigen sich malzige Tannine und vitale Säure, die ihn lange haltbar macht. Ein temperamentvoller Wein mit langem Nachhall.
Rothschild Merlot Pays d'Oc IGP Domaines Barons de Rothschild (Lafite)
Der Merlot aus dem Hause Rothschild (Lafite) ist ein echtes Prachtexemplar. Er begeistert mit tiefem, dunklem Blau und dem typisch pflaumig-malzig-traubigen Geschmack des Merlot. Der Körper des Weins ist stabil, die Betonung liegt klar auf der herrlichen Frucht. Im Finale zeigen sich auch würzig-vegetable Aromen, die ihn leicht pikant machen.
Der 2011er Jahrgang des Klassikers Cuvée Especial strahlt mit neuem Glanz. Nach dem verheerenden Erdbeben 2010 musste auch bei Los Vascos einiges wieder aufgebaut und investiert werden. Das hat sich gelohnt, denn der 2011er ist ein Prachtstück geworden. Mit viel reifer Cabernetfrucht zeigt er typische Aromen von Cassis und Zedernholz. Am Gaumen ist der Wein ganz geradlinig harmonisch mit hervorragend eingebundenen Tanninen, feiner Säure und guter Länge.
Rothschild-Set: Tageschronik & Bordeaux-Wein
Rothschild-Set für jeden Geburtstag
Begeistern Sie mit dem eleganten Klassiker aus dem Haus Barons de Rothschild (Lafite). Geschenk-Set bestehend aus:
- 1 Flasche tief kirschroter Bordeaux Weinvielschichtiges Bukett mit nuancenreichen Frucht- undGewürznoten, körperreich, elegant und langlebig, 12% vol.
- 1 BuchPersönliche Tageschronik365-mal mit allen wichtigen Ereignissen des jeweiligen Tages im Spiegel des vergangenen Jahrhunderts.
Im hochwertigen, mattschwarzen Geschenkkarton
Das Château d’Yquem ist eines der berühmtesten Weingüter der Erde, es produziert ausschließlich Weißweine, die zu den teuersten Weinen gehören. Bekannt ist es vor allem für seinen Süßwein.
Das Gut liegt in Sauternes, einer kleinen Ortschaft südöstlich von Bordeaux. Es ist das einzige Gut des Bordeaux, das anlässlich der Klassifikation von 1855 einen offiziellen Status als Premier Grand Cru Classé Supérieur genießt.
Das 100 ha große Weingut war Jahrhunderte im privaten Besitz der Familie Lur Saluces. Der Urahne sei ein „Kind der Liebe“ eines der Sonnenkönige von Versailles gewesen. Der heutige Graf Lur Saluces verkaufte das Gut 1996 an den Luxusgüter-Konzern LVMH (Louis Vuitton Moët Hennessy), verblieb zunächst im Angestelltenrang eines Directeur General und wurde 2004 pensioniert. Er wurde durch Herrn Lurton ersetzt, der vormals auf Château Cheval Blanc, einem der besten Saint-Émilion-Weingüter, verantwortlich zeichnete.
Eine Flasche Chateau d'Yquem 1973
Die Arbeit auf Yquem kennt einige Besonderheiten und Unterschiede zu anderen Weingütern:
Die Lese geschieht mehrfach auf denselben Feldern: man erntet ein Feld nicht nach mittlerer Reife ab, man erntet auch nicht Trauben als Ganzes, sondern selektiert bei der Ernte in mehreren (bis zu zehn) Lesegängen aus den Trauben die einzelnen Beeren heraus, die gerade den richtigen Reifegrad haben.
Yquem bringt in schlechten Jahren, wenn das Wetter nicht genügend mitspielte, gar keinen Grand Vin, den „großen“ Süßwein unter dem Namen Château d’Yquem heraus. Die Weintrauben werden dann an andere Güter oder Händler verkauft, oder sie stehen dem trockenenWeißwein „Y“ (gesprochen Igrek) zur Verfügung. Bestimmte Jahrgänge von Yquem-Weinen gibt es daher gar nicht. Das Gut verzichtet dann – bei fortlaufenden Kosten – auf viele Millionen Euro Verkaufserlöse, weil man nicht will, dass ein Wein in den Handel gelangt, der den eigenen hohen Erwartungen und denen der Kundschaft nicht entspricht. Im 20. Jahrhundert geschah dies immerhin neun mal (1910, 1915, 1930, 1951, 1952, 1964, 1972, 1974, 1992).
Yquem belässt den jungen Wein zur Fassreife vier Jahre lang in den Barriques, den Eichenfässern von 225 Litern, ein Jahr mehr als alle anderen Sauternes-Güter, und doppelt so lange wie die hochwertigen Rotweingüter dies tun, bevor die Weine auf Flaschen abgefüllt werden und in den Verkauf gelangen.
Yquem hat eine nachgerade fanatische Qualitäts-Philosophie. Dementsprechend extrem aufwendig wird gearbeitet, und dementsprechend teuer ist der Wein. Pro Hektar werden nur 1250 Flaschen produziert, dies entspricht einem Ertrag von knapp 9–10 hl/ha. Aufgrund der hochwertigen Arbeit und aufgrund der besonderen Eigenschaften dieser Weine sind sie äußerst lange haltbar; selbst weit über hundert Jahre alte Flaschen versprechen hohen Genuss.
Im Jahr 2008 schlossen sich neben Château d’Yquem noch 16 Weingüter des Bordeaux, darunter so namhafte wie Château Suduiraut, Château Olivier und Château La Tour Blanche, in einem Gemeinschaftsprojekt zusammen, mit dem Ziel, bei knapper werdendem Rebmaterial eigene Klone der Rebsorte Sémillon nachzuziehen.
Geschichte
Einen großen Schub erhielt Bordeaux im Jahr 1152: Durch die Heirat von Henry Plantagenet, des späteren Königs Heinrich II. von England, mit Eleonore, der Erbin von Aquitanien, geriet ein großer Teil Westfrankreichs unter britische Herrschaft. Das befestigte Anwesen, das das Tal des Ciron dominiert, gehörte damit ab dem 12. Jahrhundert den Engländern.
Mit dem Ende der dritten Phase des Hundertjährigen Krieges im Jahr 1453 kam die Region um Bordeaux wieder unter die Kontrolle der französischen Krone. 140 Jahre später pachtete Jacques de Sauvage das Anwesen durch einen Vertrag vom 8. Dezember 1593. Er erweiterte zu Ende des 16. und zu Anfang des 17. Jahrhunderts das Gutsgebäude durch das Anlegen einer Kapelle sowie den Anbau eines Nordflügels. Die Familie Sauvage legte den Grundstein des guten Rufs des Weinguts. In den Adelsstand erhoben, erwarb Leon de Sauvage das Gut im Jahr 1711 definitiv. Erst durch die Heirat seiner Enkelin Françoise-Josèphe Sauvage (1768 – 1851) mit Louis Amédée de Lur-Saluces (1761 – 1788) am 6. Juni 1785 kam das Weingut in den Besitz der Familie Lur-Saluces. Die Familie Lur-Saluces war durch eine Eisenschmiede in der Gemeinde Uza zu Reichtum gekommen.
Als Louis Amédée an den Folgen eines Reitunfalls starb, leitete seine Witwe das Weingut einige Jahrzehnte. Während der Französischen Revolution wurde sie zwar zweimal inhaftiert, konnte das Gut aber im Gegensatz vieler anderer Weingüter des Bordelais in Familienbesitz halten. In einem Schreiben vom Mai 1787 bescheinigt Thomas Jefferson den Weinen den Rang eines erstklassigen Sauternes.
Als ihr Sohn Antoine Marie Henry Amédée de Lur-Saluces (1786 – 1823) im Jahr 1807 Marie Geneviève Françoise Joséphine de Filhot heiratete, brachte diese die Weingüter Château Filhot und Château Coutet in die Ehe ein. Im Jahr 1826 ließ Françoise-Josèphe einen Fasskeller anlegen und konzentrierte die Aktivitäten des Guts auf den Weinbau. Nach ihrem Tod im Jahr 1851 übernahm ihr Enkel Romain Bertrand de Lur-Saluces die Geschicke von Château d’Yquem.
Der „Jefferson-Wein“
Wann die Produktion der Süßweine begann, ist unklar. Eine Zeit lang wurde unwidersprochen behauptet, dass Thomas Jefferson bereits Ende des 18. Jahrhunderts Weine von Château d'Yquem gekauft habe. 1787 habe er 250 Flaschen des hervorragenden Jahrgangs 1784 bestellt. Weinsammler Hardy Rodenstock hatte 1985 die Geschichte verbreitet, ihm sei in Paris eine nie genau benannte Anzahl von Flaschen dieses Jahrgangs angeboten worden, die wegen des eingravierten „Th.J.“ Jeffersons Besitz zuzurechnen seien, der 1785 bis 1789 Botschafter in Paris gewesen war. Die Verkostung einer dieser Flaschen und die einer Flasche aus dem Jahr 1747 habe ergeben, dass es sich bereits um einen Süßwein handelt.
Schon im selben Jahr hatte unter anderem die Thomas Jefferson Memorial Foundation zwar Zweifel an dieser Geschichte angemeldet, blieb jedoch ungehört, war die Geschichte doch für Weinfreunde und -produzenten zu schön. 1991 wies ein Labor im Auftrag des Weinsammlers Hans-Peter Frericks nach, dass der Wein in einer dieser „Jefferson“-Flaschen aus der Zeit nach den ersten Atomtests – also nach dem 16. Juli 1945 – stammen musste. Der daraufhin von Frericks eingeleitete Rechtsstreit gegen Rodenstock endete aber in einem Vergleich, über dessen Details Vertraulichkeit vereinbart wurde.
Ein anderer Weinsammler, William Koch, der Inhaber der Osbow Group, gab ebenfalls Gutachten in Auftrag, um seine 1988 für eine halbe Million Dollar erstandenen vier Flaschen untersuchen zu lassen. Der schwerwiegendste Befund betrifft die Gravuren, die den Gutachtern zufolge von einem modernen elektrischen Bohrer, wie er in Zahnarztpraxen Verwendung findet, stammen. Koch zog am 31. August 2006 vor Gericht, dazu streiten sich die Parteien gerne und oft in einschlägigen Wein- und Gourmetmagazinen, in denen Rodenstock hauptsächlich dagegen hält, Koch habe diesen Wein gar nicht bei ihm gekauft.