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Mittwoch, 31. Juli 2013

Château Latour übernimmt Araujo Estate im Napa Valley

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Daphne und Bart Araujo haben ihr Lebenswerk, das renommierte Weingut Araujo Estate, verkauft (Foto: Araujo Estate)
FRANKREICH (Bordeaux) – Francois Pinault, Inhaber von Château Latour, hat die im kalifornischen Napa Valley gelegene Araujo Estate gekauft. Damit herrscht der französische Milliardär zusammen mit seinem Sohn Francois-Henri neben Château Latour in Pauillac, Château Grillet im nördlichen Rhône-Tal, Domain d´Eugenie im burgundischen Vosne-Romanée nun auch über einem Überseegut. Außerdem hat man noch große Weinbergsflächen, bestückt mit Chardonnay, in Le Montrachet und Batard-Montrachet im Eigentum.
Der Preis für den Kauf von Araujo Estate war nicht zu erfahren. Insider vermuten, dass Pinault mindestens 300.000 US-Dollar (rund 226.000 Euro) pro Hektar zahlen musste. Der Kauf beinhaltet die berühmten Eisele Vinyards mit Rebanlagen von 38 Hektar, das Weingut mit allen Gebäuden inklusiv der Kellerei sowie die vorhandenen Lagerbestände an Wein.
„Araujo Estate und sein Juwel, die einmaligen Eisele Vineyards, stehen für einzigartige Weine aus dem Napa Valley“, sagt Frederic Engerer, CEO der Pinault Weingruppe in einer Pressemitteilung. „Wir müssen uns vor Bart und Daphne Araujo und ihrer bahnbrechenden Vision, Engagement und Liebe zum Detail verneigen. Beide haben eines der renommiertesten Weingüter der Welt geschaffen.“
Das Ehepaar Bart und Daphne Araujo hatte die Eisele Vineyard, gelegen in Calistoga im nördlichen Napa Valley, im Jahr 1990 gekauft. Das Gut aus dem Gründungsjahr 1884 hatte sich bis dahin einen Namen mit seinen Cabernet Sauvignon Weinen gemacht. Nach dem Kauf engagierten die Araujos den französischen Weinberater Michel Rolland. Parallel stellte man auf biodynamische Weinbergsarbeit um, so wie es auch bei Château Latour in den letzten Jahren geschehen ist.
In einem Brief an die Mitarbeiter bringen die Araujos zum Ausdruck, dass die Familie Pinault die perfekten Käufer für außergewöhnliche Eisele Vinyards seien und das die bisherige Arbeit auch von den neuen Eigentümern gewürdigt werde. Die Familie Araujo wird noch bis 2014 auf dem Weingut bleiben und dabei helfen, den Übergang zu gestalten. Das restliche Team wird übernommen. (red.yoopress)
Quelle: Decanter/Yoopress

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Dienstag, 30. Juli 2013

Achim Niederberger gestorben

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Achim Niederberger legte als Unternehmer eine Bilderbuch-Karriere hin (Foto: Unternehmensgruppe Niederberger)
DEUTSCHLAND (Deidesheim) - Nur etwa zehn Leute aus seinem engen beruflichen und privaten Umfeld waren eingeweiht. Gerüchte gab es dennoch schon vor über einem Jahr, dass es dem Pfälzer Unternehmer Achim Niederberger gesundheitlich schlecht geht. Jetzt wurde daraus traurige Gewissheit. Am Donnerstag, 26. Juli musste der Eigentümer der Weingüter von Winning, Reichsrat von Buhl und Dr. von Bassermann-Jordan (alle Deidesheim) sowie Chef einer erfolgreichen Unternehmensgruppe im Alter von nur 56 Jahren Abschied von seiner Familie nehmen.
Wer ihn kannte, konnte nur schwer glauben, dass er es nicht bis ins hohe Alter schaffen würde. Er lebte sehr sportlich und diszipliniert, hatte stets ein gutes „Kampfgewicht“ und war zudem ein echter, aber maßvoller Genießer. Außerdem war er ein exzellenter Planer, sogar in seinen schwersten Stunden. Die Nachricht von der letztlich unheilbaren Krankheit ereilte ihn schon 2011. So hatte er noch die Möglichkeit, für die Zeit nach seinem Ableben alles zu ordnen.
Klar ist, dass seine Frau Jana Niederberger (32), die ihm vor drei Jahren Drillinge schenkte (zwei Mädchen, ein Junge), das Unternehmen mit mehr als 1500 Mitarbeitern weiter führen wird. Es ist für sie kein Neuland; bereits seit 2005 ist sie – nach ihrem Business-Studium auf der Uni Hamburg – als Gesellschafterin involviert. Bis weitere Niederberger-Kinder (zwölfjährige weibliche Zwillinge) nachrücken können, wird noch Zeit vergehen.
Achim Niederberger legte als Unternehmer eine Bilderbuch-Karriere hin. 1978 startete er als Ein-Mann-Betrieb. Zuletzt bestand seine Firma unter anderem aus einem Druck- und Verlagshaus, sie betrieb facettenreich Werbung – und dann gab es da die einstmals unter dem Jordan’schen Dach befindlichen Weingüter, die er gezielt erwarb und damit letztlich den historischen Zustand wieder herstellte.
Beim Start war er noch ein „Mini-Winzer“. Neben seiner Villa in Neustadt/Weinstraße gab es ein Filetstück mit einem Hektar, auf dem ihm Hans-Günter Schwarz, der schon zu Lebzeiten legendäre frühere Betriebsleiter des Weingutes Müller-Catoir, im Jahr 2002 verschiedene Rotweinsorten pflanzte. Wenige Jahre später gab es dafür national und international hohe Bewertungen sogar bei Robert M. Parker. Diese Fläche gibt es immer noch, nur hat Schwarz (73) die Bewirtschaftung inzwischen dem Weingut von Winning übergeben. Er selbst ist nach wie vor ehrenamtlicher Berater der drei Weingüter.
„Eigentlich war ich es, der ihn so richtig zum Wein gebracht hat“, erinnert sich Hans-Günter Schwarz. Wenige Jahre später erwarb Achim Niederberger nacheinander die drei Weingüter. Bei Bassermann hatte er das Glück, dass Juniorin Gabriele von Bassermann, die zwei Drittel geerbt hatte, kein Interesse am Wein besaß. Hier fand er ein bewährtes Team mit den Betriebsleitern Günter Hauck und dem für den Keller verantwortlichen Uli Mell vor. Investiert wurde vor allem in die Gebäude. So entstanden das Hotel Ketschauer Hof mit Restaurant und Bistro.
Geschenke und Ideen
Beim Weingut Dr. Deinhard war ein Namenswechsel in von Winning fällig. Und der vor einigen Jahren geholte Betriebsleiter Stephan Attmann durfte großzügig in die Kellerwirtschaft investieren, mit der einzigen Zielsetzung, große, eigenständige Weine mit viel Profil zu erzeugen. Viel Holz stand dafür Pate, aber kein intensiver Einsatz mit kleinen Barriques. Der Gault Millau würdigte dieses Bemühen 2012 mit dem Titel „Aufsteiger des Jahres“. Im Vorjahr holte sich das Weingut bei einem großen Riesling-Wettbewerb des Magazins Vinum den Sieg und den Titel „Riesling-Champion“.
Zuletzt regelte Niederberger noch die neue Geschäftsführung im Weingut Reichsrat von Buhl. Hier hatte er einige Jahre keinen rechten Zugriff auf die Leitung, weil das Gut längerfristig verpachtet war (bis Ende 2013). Passieren wird bei Buhl einiges; vielleicht ist auch dieses Gut bald reif für die vierte Gault-Millau-Traube, wie die beiden anderen Häuser im Besitz der Niederberger-Gruppe. Der neue Gutsdirektor ist Marian Kopp (früher Racke), als 2. Geschäftsführer kommt zum Jahresanfang 2014 der Journalist Richard Grosche vom Meininger-Verlag Neustadt. (r.knoll)
Quelle:Yoopress
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Montag, 29. Juli 2013

Manhattans Weinelite fürchtet um ihre Weinsammlungen

Quelle: NYT
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Um den Anklagen der erbosten Kunden zu entgegnen hat Derek Limbocker Gläubigerschutz beantragt (Foto: YOOPRESS)
USA (New York) – Neun Monate nach Sandy, dem verheerenden Sturm mit Überflutungen in Teilen New Yorks, haben die Elite der Weinsammler immer noch keine Sicherheit was mit ihren gelagerten Weinen passiert ist. Die Weinelite der Metropole hatte ihre edlen und teuren Tropfen der „WineCare Storage“ anvertraut, einem Lagerkeller in Manhattan mit der Adresse 628 W 28 Street, dessen Betreiber einen 24-Stunden-Sicherheitsdienst, unterstützt von weiteren elektronischen Überwachungssystemen bietet. Der Firmenslogan ist nun ein Hohn für die besorgten Weinsammler: „We take great care auf your wines“.
Einige der wohlhabenden Weinliebhaber haben nun WineCare verklagt, da Sie immer noch keinen Zugang zu ihren Bordeaux, Champagner, Barolo oder Chateauneuf-du-Pape haben. Einige von Ihnen befürchten, dass ihre Multi-Dollar-Sammlungen sogar zerstört sein könnten. Ein New Yorker Gericht hat nun die Anhörungen der klagenden Weinsammler genehmigt. Neben den eigentlich schlimmen Zerstörungen und die einhergehenden Verluste für die Bevölkerung durch Sandy sind die Verluste an Wein zwar nur Nebensache aber dennoch handelt es sich hier um Millionenbeträge.
WineCare lagert die edlen Weine bei konstant 12,7 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 60 Prozent – alles beste Voraussetzungen, wie das Unternehmen verspricht. Mittels eines Computerprogramms können die Eigner die Lagerung ihrer Schätze verfolgen. Die auch für finanziell potente Kunden dennoch hohen Gebühren beinhalten tägliche Zustellungen für Dinner-Partys oder Anlieferungen zu den Restaurants. Insgesamt lagerten bei Ankunft von Sandy in den Kellern von WineCare 27.000 Kisten (rund 324.000 Flaschen).
Die Sturmfluten von Sandy hatten die Keller von WineCare, die rund 100 Meter vom Hudson River entfernt sind, komplett überflutet. Derek Limbocker, Firmengründer von WineCare besteht darauf, dass 95 Prozent der Weine in Ordnung seien. Man werde die Weine gerade umlagern und den Kunden danach sofort Zugang zu ihren Weinen gewähren. Aber einige der Weinliebhaber haben mittlerweile die Geduld verloren und vor Gericht ihre Ansprüche angemeldet. Sie begründen ihre Anklage damit, dass ganze Jahrgänge ihre Sammlungen zerstört seien oder nicht mehr identifiziert werden könnten, da sich sämtliche Etiketten durch die Nässe gelöst hätten.
Um den Anklagen der erbosten Kunden zu entgegen hat Derek Limbocker Gläubigerschutz beantragt. Er will WineCare weiterhin betreiben. Limbocker brauche nur „eine Atempause“, so sein Anwalt, um das Unternehmen zu reorganisieren. Allerdings hat Limbocker einen immer noch nicht festgestellten Schaden in den Kellern bei WineCare zu verantworten und muss sich diesbezüglich gegen kompetente Gegner wehren. Zu den geschädigten Kunden gehören beispielsweise so illustre Sammler wie Donald Drapkin, ein Hedge-Fonds-Manager, der den Wert seiner Sammlung auf 5,2 Millionen US-Dollar (rund 1,9 Millionen Euro) schätzt, oder Philip Waterman, ein Immobilien-Investor, der Weine im Wert von 300.000 US-Dollar (etwa 226.500 Euro) gelagert hatte. Außerdem hat unter weiteren Weinsammlern auch Lucio Noto, ehemaliger stellvertretender Vorsitzender von Exxon Mobil, seine Tropfen bei WineCare gelagert – die Werte seiner Weine sind allerdings nicht bekannt.
Auch Keith McNally, ein britischer Gastronom, der einige der erlesenen Restaurants in New York betreibt, hatte seine Weine WineCare anvertraut. Sein von ihm bereits bezifferte Schaden von 3 Millionen US-Dollar (etwa 2,26 Millionen Euro) wird täglich größer, da er seit Sandy, also seit neun Monaten nicht mehr an seine Weine herankommt und bis dato die erlesenen Weinwünsche seiner Kunden mit teuren Neukäufen befriedigen muss. Seine Weinsammlung bei WineCare beschreibt Keith McNally als „einzigartig und nicht ersetzbar“.
Der zuständige Richter Robert Gerber zeigt sich verärgert über die drängenden Anträge durch die Anwälte der beschädigten Weinsammler. „Die Naturkatastrophe kostete 44 Menschen das Leben und zerstörte mehr als 300.000 Häuser“, kommentiert Robert Gerber die Anträge. „Es gab Tausende von Opfern, die meisten haben weit mehr gelitten – dem gegenüber stehen nicht mehr vorhandene oder beschädigte Genussmittel.“
Laut Derek Limbocker seien Etiketten von rund 100 Fällen (rund 1.200 Flaschen) verloren gegangen und einige Tausend Flaschen seien entweder durch umgefallene Boxen oder beim Ausräumen des WineCare-Kellers zerbrochen. Trotzdem besteht Limbocker darauf, dass nur fünf Prozent der gelagerten Weine beschädigt oder verloren gegangen seien. Man sei immer noch dabei die Sammlungen zu reinigen und eine Bestandsaufnahme zu machen. (red.yoopress)

Montag, 22. Juli 2013

Wein aus Südafrika: Beliebt wie nie

Noch nie zuvor war das Exportgeschäft für südafrikanischen Wein so erfolgreich wie zur Zeit. Wein aus Südafrika ist bei einem internationalen Publikum so gefragt wie noch nie. Der Wein vom Kap vereint unkomplizierte Trinkfreude mit einer sehr hohen Qualität. Ein Erfolgsrezept, das mit Zahlen belegbar ist.

Diese Zahlen für das Exportvolumen von Wein aus Südafrika gibt der Weinreporter in einer aktuellen Newsmeldung bekannt, hier nachzulesen. Demnach legte der Export südafrikanischer Weine in Deutschland um über 20% zu. Prognostiziert wird durch diese Rechnung ein Endjahresvolumen von 80 Millionen Liter, so der Weinreporter. In Kanada steigerte sich der Export um 49%, in Russland gar um 268%!

Am beliebtesten auf dem internationalen Markt ist Rosé aus Südafrika mit einer Steigerung von 108%, dann WeißweinRotwein und Cape Sparkling

Mein Probiertipp:


Footprint Chardonnay, Western Cape, African Pride Wines 2012


Weißwein von African Pride
Der Wein: Im Glas leuchtet dieser Chardonnay aus Südafrika in einem wunderschönen gelblich-hellgrünen Farbton. Von Beginn an nimmt er mit seinen intensiven Zitrusnoten gefangen. Wunderbar frische Zitrone in der Nase und auch am Gaumen, wo sie von Notenfrischer Melonen und andere Zitrusfrüchte begleitet wird. Die Säurestruktur ist fest und lässt den Wein im Zusammenspiel mit der intensiven Zitronennote sehr lebendig wirken.
Die Weinlinie Footprint soll zum Ausdruck bringen, was es ausmacht, einen Fußabdruck zu hinterlassen – man muss einzigartig sein. Winemaker Mike Graham hat deshalb einzigartige Weinberge gesucht, die die perfekten Bedingungen für die jeweiligen Rebsorten bieten.

Das Weingut: Im Jahr 2002 wurde die Kellerei African Pride Wines gegründet. Die Weine, die sich an den Ansprüchen des internationalen Marktes orientieren, werden unter der Leitung des Winemakers Mike Graham gekeltert. Die Trauben, die für die Weine von African Pride verwendet werden, stammen von Vertragsfarmen, die nach den strengen Vorgaben Mirk Grahams arbeiten. So gelingt es, für jede Rebsorte die besten Lagen zu finden, ob nun in Stellenbosch, Darling oder Western Cape.

Der Weinberg:
 Die Trauben für diesen Wein wurden in der Region Western Cape gelesen, wo sie auf Sandsteinböden mit hervorragender Wasserspeicherkapazität gedeihen.

Hier können Sie den Wein für 6,50 € online bestellen:
Wein aus Südafrika

Boschendal The Pavillion Rose 2012


Auf unglaublichen 2240 Hektar Land befindet sich das malerisch gelegene, südafrikanische Weingut Boschendal. Hier wird nicht nur Premiumwein hergestellt, sondern auch dem Reisenden ein Ort zum Verweilen angeboten. Mit seiner abwechslungsreichen Landschaft durchzogen von Weinbergen, sanften Hügeln und saftigen Wiesen und Wäldern präsentiert sich Boschendal als wahres Naturreservat und entführt den Besucher in die erholsame Umgebung Südafrikas.

Der The Pavillion Rosé aus dem Hause Boschendal schmeichelt dem Auge mit seiner zarten Lachsfarbe und verwöhnt die Nase mit Aromen von reifen roten Beeren. Insbesondere gut gekühlt ist The Pavillion Rose ein Geschmackserlebnis und macht mit seinem nachhaltigen Finale Lust auf mehr.

Hier können Sie den Wein für 6,75€ online bestellen:

Vinexus - 4000 Weine aus aller Welt

Freitag, 12. Juli 2013

Barbera d'Asti und Barbera d'Alba: Zwei Rotwein-Welten in direkter Nachbarschaft

Barbera hat in nur drei Jahrzehnten eine bemerkenswerte Rebsortenkarriere hingelegt. Einst als rustikaler Massenwein verrufen, ist er heute eine ernst zu nehmende Alternative zu den Nebbiolo-Weinen der Gegend und kann mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis punkten. Das Städtchen Asti mit seinen Trabanten wie Agliano Terme oder Nizza Monferrato ist das Zentrum. Hier ist der Barbera der rote König, in Alba, wo Barolo und Barbaresco zu Hause sind, ist er ein Prinz.

Zwischen Asti und Alba liegt eine Welt

Eine Stunde benötigt man für die Fahrt von der geschäftigen Auto-Metropole und Piemont-Hauptstadt Turin ins Weinstädtchen Asti, das auf den ersten Blick ein schmuckloses, nüchternes Verwaltungsstädtchen mit wenig Charme ist. Die Geschichte erzählt von Handwerk und Banken. Asti biedert sich nicht mit einer Infrastruktur aus Andenkenläden und Restaurants mit einem menù turistico an auswärtige Gäste an. Besucher sind willkommen – wenn sie sich denn in den piemontesischen Alltag einfügen und dem Takt der Bewohner anpassen. Genau diese Unverfälschtheit macht den Reiz der Innenstadt mit ihren Bürgerhäusern und den Geschäften aus, die in erster Linie darauf ausgerichtet sind, die Einheimischen zu versorgen.

Das Klima macht den Unterschied

Die hügelige Landschaft rund um Asti, das Astigiano und das Monferrato, besitzt fast alles, was das Piemont auszeichnet: eine kleinteilige, wild und verwachsen wirkende Gegend mit Wäldchen, kleinen Gehöften und Weingärten im Wechsel. Nur gewaltige Burgen auf Hügeln sucht man vergebens, markante Blickfänge sind die Kirchtürme vieler kleiner, sympathischer Orte. Im Laufe der Jahrhunderte entstanden hier – auch bedingt durch die Erbgesetze, die eine Aufteilung der Besitztümer vorsahen – viele kleine Landwirtschaften und Bauernhöfe, auf denen für die Selbstversorgung gearbeitet wurde. Wein bildete einen selbstverständlichen Bestandteil der Ernährung, gehörte zu den Grundnahrungsmitteln, nahrhaft und Freude spendend. Bis heute ist die Landwirtschaft von Familienbetrieben geprägt. Die Sommer sind trocken und heiß, während im Winter regelmäßig Schnee fällt und die Weingärten bedeckt. Besonders reizvoll ist hier der Herbst. Intensiv leuchten die Farben dieser Jahreszeit im piemontesischen Licht, und es duftet intensiv nach Waldboden und Laub – was übrigens auch eine der einprägsamsten Aromakomponenten der hiesigen Rotweine ist.

Barbera, ein großzügiger Rotwein und beliebter Alltagswein

Barbera ist im Piemont die mit Abstand am weitesten verbreitete Rebsorte, gut die Hälfte aller Rebflächen sind mit ihr bepflanzt. Seit dem 13. Jahrhundert, als er erstmals in einem Schriftstück dokumentiert wurde, wahrscheinlich noch länger zurück, war der Wein vor allem bei den Bauern sehr beliebt. Weil er robust war, wenig Pflege brauchte und selbst in widrigsten Jahren ohne großen Produktionsaufwand einiges abwarf.Die Sorte liebt heiße Sommer. Und der typisch piemontesische Mix aus der Hitze des Tages und der Kühle der Nacht ist ein wichtiger Faktor, der die Säure in der Beere erhält und die Fruchtigkeit fördert. Die Rebe entwickelte über die Jahrhunderte durch spontane Mutationen unzählige Varianten. In Zeiten der Masse-ist-Klasse-Gläubigkeit der sechziger und siebziger Jahre wurden vor allem jene Stöcke vermehrt, die hohen Ertrag brachten, die Qualität wurde zur Nebensache. Klar, dass Feinheit und Langlebigkeit nicht eben die hervorstechenden Merkmale eines solchen Massen-Barbera waren. Diese Negativ-Auslese führte dazu, dass viele Weinkundige der Rebsorte als solcher wenig Gutes zutrauten.

Aus dem Schatten des Nebbiolo herausgetreten

Außerdem überstrahlte Nebbiolo als der Elegante und Prächtige ohnehin alles. Umso größer war die Verblüffung, als in den frühen achtziger Jahren der erste Edel-Barbera lanciert wurde. Giacomo Bologna aus Rocchetta Tanaro vom Weingut Braida wurde mit seinem Bricco dell’Uccellone (uccellone heißt großer Vogel) Vorreiter für einen völlig neuen Barbera-Stil. 
Weiterlesen im Buch: Italiens Weinwelten

Samstag, 6. Juli 2013

Durch das Tal der Tränen – Rotwein beim Discounter: Lidl

Der Löwenanteil an Wein wird in Deutschland nicht direkt vom Winzer, beim Fachhandel oder im Internet gekauft, sondern beim Discounter oder im Supermarkt. Für viele Leute, die Gründe sind da sicher vielfältig, ist eine Flasche Wein ein Getränk wie jedes andere, und sollte deshalb nach Möglichkeit auch nicht mehr als eine Flasche Cola, Limonade oder sonstwas kosten. Für uns und wahrscheinlich auch das Gros der Stammerleserschaft macht es keinen großen Unterschied, ob ein Wein ein paar Euro teurer ist – für den Großteil der Weintrinker aber bedeutet der Schritt von 2,50 auf 5,00 EUR schon eine Verteuerung um 100% – und den wollen viele einfach nicht tun.

Ich will das hier – zumindest an dieser Stelle :-) – gar nicht verurteilen  – die kompromisslosen Sparfüchse sind auch nur die andere Seite der gleichen Medaille, auf der sich dann die genauso kompromisslosen Etikettentrinker bewegen, die ähnlich ungerührt für eine Flasche Petrus 3 große Scheine auf den Tisch des Herrn legen. Das Phänomen ist das gleiche – der Wein wird primär über den Preis bewertet und selektiert.
Die Fragestellung war also – kann man sich diese Abfüllungen als ambitionierter Weintrinker zumuten und wie ist der Qualitätslevel insgesamt?
Davor möchte ich aber noch eine rein wirtschaftliche Betrachtung stellen: Was bleibt an einer solchen Flasche Wein noch für den Abfüller übrig?
Nehmen wir als Beispiel eine Flasche Bordeaux für 2,29 EUR:
19% gehen an den Staat, bleiben noch 1,92 EUR übrig.
Davon gehen noch ab 0,15 EUR für den PE-Flaschenkorken, 0,35 EUR für die Flasche, 0,04 EUR für die Kapsel und ca. 0,10 EUR für das Etikett.
Bleiben noch 1,28 EUR übrig.  Davon geht jetzt noch die Marge für den Discounter ab, die Umverpackung, Transportkosten, Marketingkosten bzw. bei den Discountern Werbekostenzuschuss, ohne den nichts seinen Weg ins Regal findet. Dieser Anteil ist jetzt zwar geschätzt, aber der Abfüller wird mit Sicherheit nicht mehr als 60-70 Cent pro Flasche übrig haben, tendenziell eher weniger, um den Inhalt zu produzieren. Wenn man das sieht, kann man sich ungefähr vorstellen, welche Ernteerträge hier gefahren werden müßen und wieviel Arbeitsaufwand pro Hektar und später auch im Keller man sich leisten kann, damit überhaupt noch ein Gewinn pro Flasche im wahrscheinlich niedrigen zweistelligen Centbereich übrigbleibt. Alleine an Hand dieser Betrachtung sollte also klar sein, das man in diesem Preissegment nicht viel mehr als Fruchtsaft mit Alkohol  erwarten darf.
Sprechen wir also über die Weine, die alle bei Lidl gekauft wurden: Mit 2,99 EUR steht eine Flasche Baturrica Tarragona Gran Reserva 2005 auf dem Kassenzettel. Also ein Wein, der nach spanischem Recht mindestens 5 (!) Jahre gelagert haben muss, davon 2 Jahre im Holzfass. Und das für 2,99 EUR. Ein Tempranillo und Cabernet Sauvignon Blend, in der Nase süße, rote Beeren und altes, muffiges Holz. Am Gaumen sauer, bitteres Tannin und irgendwo dazwischen unreife, fast grün wirkende Frucht, Fuselalkohol. Ungenießbar, und definitiv nicht als Tempranillo, oder auch nur als Spanier, zu erkennen.
Zweiter Wein ist der Bordeaux aus unserem Rechenbeispiel für 2,29 EUR. Vertrieben von Vineris in Moers und abgefüllt  von “D-NW 170 002″. Der Wein wurde getestet vom TWQ Qualitätsmanagement, was mir aber auch nicht über mein leichtes Unbehagen weghilft, das der Wein einfach nur Bordeaux 2010 heißt. In der Nase dem Spanier recht ähnlich, süßliche, rote Beeren, stellenweise eine Idee von Würznoten. Am Gaumen dünn,  säuerlich, die Frucht ist sehr zurückhaltend und wirkt ebenfalls unreif, sehr rustikal, kräftiges Tannin, bleibt etwas fies nach. Trinkbar, allerdings ohne jeden Genuß, geht vielleicht und mit viel gutem Willen zum Essen.
Günstigster Wein im Reigen ist der Montepulciano D’Abruzzo 2010 mit 1,99 EUR, der auch ein tolles Qualitätsmanagementssiegel aufweisen kann. Findet in der Nase praktisch nicht statt, eine Idee, aber auch wirklich nur eine Idee von roter Frucht, Würznoten und Alkohol. Am Gaumen jede Menge Säure, kaum Frucht, wenig Tannin. Nicht technisch fehlerhaft, aber praktisch ungenießbar, zeigt keinerlei Montepulciano-Typizität.
Möchte man diese Weine trinken? Ganz ehrlich? Im Preissegment zwischen 2 und 3 Euro, das hier ja überwiegend bedient wird, kaufe ich mir dann doch lieber eine Flasche Cola. Ich weiss nicht, ob es gesünder ist, wahrscheinlich schon, aber leckerer ist es in jedem Fall.

Mittwoch, 3. Juli 2013

„ZugSpitzenwein“ nach 100 Tagen zurückgeholt

Mit vereinten Kräften schaffte die Winzergruppe „der franke“ zum Frühlingsbeginn 2013 ein Fass Müller-Thurgau auf die Zugspitze. Auf knapp 3.000 Metern Höhe reifte der Wein 100 Tage und wurde nun zurückgeholt. Bei der Vergleichsverkostung des Berg- und des im Weingut gereiften Weins traten auffällige Unterschiede auf.

Der Wein, der 100 Tage auf der Zugspitze verbracht hat, reifte offensichtlich langsamer als der Wein im Weingut Mößlein in Zeilitzheim. „Im Geschmack ist ein deutlicher Unterschied zwischen den beiden Weinen festzustellen. “, sagte Martin Mößlein bei der Verkostung auf der Zugspitze. Überrascht waren die Winzer, dass der Unterschied zwischen „Berg“- und „Talwein“ so auffällig ist. „Der „Talwein“ weist markantere Holznoten auf, ist aber gleichzeitig cremiger und runder. Für mich ist er der gereiftere Wein von beiden“, lautet das Fazit von Winzer Udo Engelhardt. „Die Entwicklung hier auf dem Berg scheint – bedingt durch den geringeren Luftdruck - wirklich langsamer vonstatten zu gehen. Die Frucht ist bei diesem Wein ausgeprägter. Außerdem zeichnet ihn eine lebendige Säure aus“, ergänzt Kollege Peter Götz. 
Die fränkischen Winzer feiern in diesem Jahr 100 Jahre Müller-Thurgau –Anbau in Franken. Anlässlich dieses Jubiläums haben die Winzer der Gruppe „der franke“ im Herbst 2012 einen Spitzenwein der Sorte Müller-Thurgau geerntet. Pünktlich zu Frühlingsbeginn 2013 trat dieser Wein in einem Holzfass aus fränkischer Eiche seine Reise auf Deutschlands höchsten Berg an. Für den sensorischen Vergleich reifte parallel ein Fass im Weinkeller des Weinguts Mößlein in Zeilitzheim.
Die fünf „der franke“-Winzer, die seit 2003 zusammenarbeiten, haben mit diesem Projekt anlässlich des Jubiläums Neuland betreten. „Normalerweise erzeugen wir aus Müller-Thurgau-Trauben unsere jungen, frischen Weine für jeden Tag. Für das Jubiläum haben wir im vergangenen Jahr vollreife Trauben geerntet und damit die Basis für einen hochkarätigen Spitzenwein geschaffen. Und mit der Bayerischen Zugspitzbahn haben wir dann einen tollen Partner für die Umsetzung des Projektes gefunden, “ so Udo Engelhardt.
Probierpaket Berg- und Talwein: Ab 1. September 2013 wird der Wein unter dem Namen „Gipfelstürmer“ käuflich zu erwerben sein. Ein Genießerpaket mit zwei Flaschen (0,75 l) „Talwein“ und einer Flasche (0,375 l) „Bergwein“ ist für 45 € erhältlich. Bestellung:kontakt@der-franke.com.
Foto (von Gabriele Brendel): Rückkehr nach 100 Tagen. Die Winzer(innen) Martin Mößlein, Peter Götz, Udo Engelhardt, Tanja Voll und Edith Blendel (von links) freuen sich über ihr gelungenes Experiment..
Quelle: www.deutsche Weine.de

Hawesko.de - Hanseatisches Wein & Sekt Kontor

Dienstag, 2. Juli 2013

Peter Lehmann gestorben

Gestern starb im australischen Adelaide der Winzer Peter Lehmann. Er wurde 82 jahre alt. Für die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts gilt er als einer der wichtigsten Weinmacher der neuen Welt. In Südaustralien verehrten ihn viele als eine lebende Legende.

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Mit seiner außergewöhnlichen Entschlossenheit beeindruckte der Nachkomme preußischer Einwanderer bereits 1979. Peter Lehmann quittierte einen gut dotierten Job, weil er nicht bereit war, die Weinbauern des Barossa Valley, die ohnehin schon unter dem Preisverfall jahrelanger Überproduktion litten, mit einem noch niedrigeren Hungerlohn abzuspeisen. Stattdessen setzte Peter Lehmann, der von der Qualität des Rebgutes in seiner Heimat überzeugt war, alles auf eine Karte und gründete eine eigene Weinkellerei.
Peter Lehmanns Weine machten zuerst die internationale Weinkritik auf sich aufmerksam, dann den Weinhandel und schließlich den Weinkäufer. Die Peter Lehmann Winery wuchs rasch, ohne allerdingsjemals an ihrem hohen Qualitätsanspruch zu rütteln. Heute zählen die Weine, die den Namen des deutschstämmigen Winemakers tragen, zu den beliebtesten Tropfen der Neuen Welt.
Die Weine der Peter Lehmann Barossa Series verkörpern die einmaligen Qualitäten des Barossa Valley in ihrer ganzen Pracht. Die ausdrucksstarken Meisterwerke sind ein Tribut an ihren Schöpfer Peter Lehmann und das Winzerparadies, das er seit über 70 Jahren seine Heimat nennt. Das Rebgut für diese Weine stammt von 185 meist kleinen Winzern im Barossa Valley, die ihre Weinberge zum Teil schon in fünfter oder gar sechster Generation bewirtschaften. Das versetzt die Winemaker der Peter Lehmann Winery in die angenehme Situation, Trauben aus über 900 unterschiedlichen Lagen aussuchen zu können, die in jahrelanger Arbeit nach Bodentyp, Mikroklima und individuellem Geschmacksprofil katalogisiert wurden. Bei der Mehrzahl der Weinberge handelt es sich um lang gewachsene Weingärten, deren Reben zwischen 20 und über 100 Jahre alt sind. Beim Qualitätsmanagement im Weinberg werden die Winzer von einem Team unterstützt. Gemeinsam kontrolliert man Erträge und Reife, um ausschließlich Trauben von optimaler Qualität lesen zu können.