Dienstag, 3. Dezember 2013

Im Trend: Deutscher Winzerglühwein

Das Angebot an Glühweinen aus eigener Herstellung von Winzern, Genossenschaften und Kellereien wächst von Jahr zu Jahr. Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) mitteilt, haben immer mehr Weinerzeuger Glühwein mit eigenen Gewürzkreationen auf ihren Weinlisten.

winzergluehwein
 
Die produzierten Mengen reichen von einigen hundert Litern bis hin zu sechsstelligen Litermengen für den Lebensmittelhandel. „Winzerglühweine werden bei den Verbrauchern immer beliebter. Sie entsprechen der allgemein wachsenden Nachfrage nach regionalen Produkten“, erklärt DWI-Geschäftsführerin Monika Reule.
Hergestellt werden die Winzerglühweine oftmals aus Dornfelder und Spätburgunder, aber auch andere Rotweinsorten wie Regent oder Portugieser werden gerne verwendet. Zudem haben einige Anbieter auch weißen Glühwein, beispielsweise mit Müller-Thurgau als Grundwein, im Angebot. Einige ökologisch arbeitende Betriebe bieten außerdem Bioglühweine an.
Bei den Gewürzmischungen wird von den Erzeugern sehr stark auf natürliche Zutaten und einen harmonischen Geschmack Wert gelegt. Winzerglühweine sollten deshalb nicht zu stark erhitzt werden, damit sowohl die Gewürze als auch die fruchtigen Weinaromen nicht entweichen oder gar verkochen.
Weinrechtlich gesehen handelt es sich bei Glühwein um ein "aromatisiertes weinhaltiges Getränk", das ausschließlich aus Rotwein oder Weißwein hergestellt und gesüßt sowie gewürzt werden darf. Der Zusatz von Alkohol ist ebenso verboten wie der von Wasser oder Farbstoffen. Der vorhandene Alkoholgehalt muss mindestens 7 Vol.-% und weniger als 14,5 Vol.-% aufweisen. (dwi - red.yoopress)
 
Hier eine Auswahl von über 100 Winzerglühwein-Anbietern (pdf-Dokument):
AnbieterWinzergluehwein

 
 

Sonntag, 1. Dezember 2013

Die besten Weine des Jahrgangs 2012

In den letzten Wochen hat http://winzerapp.com/blog mehrere Weinexperten zu Ihrer Meinung zum Thema Die Besten Weine des Jahrganges 2012 befragt. Die Antworten der Weinexperten waren so individuell und spannend wie ihre Blogs. Konkret war die Frage folgendermaßen formuliert:

Wenn Sie nur drei Weine nennen dürften, die Sie als die Besten des Jahrganges 2012 ansehen,  welche würden das sein?

Da die Umfrage schon im Oktober gestellt wurde, sind hauptsächlich Weißweine genannt worden oder Rotweine aus dem Jahrgang 2011.*
An dieser Stelle möchten wir uns nochmal bei allen Weinexperten für Ihre Einsendungen und Meinungen bedanken. Vielen Dank für die spannenden Antworten. Entstanden ist eine tolle und sehr individuelle Liste, die ganz unterschiedliche Weincharaktere wiederspiegelt. Ein früher Rückblick auf den Weinjahrgang 2012. Ein Weingut hat es sogar drei Mal in die Liste geschafft, herzlichen Glückwunsch an das Weingut von Winning.

Dieter Freiermuth Lieblingsweine 2013 sind:

Von Winning, Forster Kirchenstück Riesling trocken Großes Gewächs
Für mich produziert die Pfalz mit die besten Weine die es im Jahrgang 2012 in Deutschland gibt. Von Winning produziert in der nur 3,67 ha großen Lage Forster Kirchenstück für mich den Top Wein des Jahres: Üppig, dicht und doch elegant und mit viel Schmelz und reifer Frucht, unheimlich intensiv, ein genialer Wein.
Birkweiler Kastanienbusch, Ökonomierat Rebholz, Riesling trocken Großes Gewächs
Jahr für Jahr eine Klasse für sich der Kastanienbusch von Rebholz. Der 2012 zeigt sich fruchtig aber noch mit harter Mineralik, wie immer bei Rebholz braucht der Wein noch etwas Zeit, wird dann aber sein enormes Potenzial zeigen. Ein extrem dichter Wein.
Königsbacher Idig, A.Christmann Riesling trocken Großes Gewächs
Kraft und Wucht das sind die Attribute die den Idig seit Jahren auszeichnen.Im 2012 Jahrgang zeigt er sich aber weicher und nuacenreicher, mit der ganzen Palette an exotischen Duftnoten. Ein Meisterwerk mit großer Zukunft.
Freiermuth bloggt unter http://dietersweinenpfehlungen.blogspot.de  und http://dieweinfunatiker.blogspot.de/


Manfred Klimek von CaptainCork zum Thema die Besten Weine des Jahrganges 2012

Manfred Klimek ist Chefredakteur des Weinmagazins CaptainCork und schreibt in dessen Gestalt täglich über Weine und Geschichten aus der Weinwelt:
Der Captain schüttelt den Kopf. Jetzt schon den Jahrgang 2012 bewerten, obwohl die wichtigen Rotweine noch gar nicht in die Flaschen abgefüllt sind? Tststs. Ganz anders bei den Weißen. Da kann der Captain ein Wörtchen mitreden.
Gutsriesling 2012 von Robert Weil, Rheingau.Weil er das Comeback der alten Marke Weil gut erklärt und wohl einer der besten Gutsrieslinge aus diesem Jahr ist. Schlank. Und doch mit ordentlich Nachhall. Kühl. Und doch mit einem einladenden Schmelz. Einfach. Und doch mit einem gewissem Lagerpotential. Bei Robert Weil hat man verstanden, dass die Auferstehung des geplagten Rheingaus auch von den großen Gütern ausgehen muss. Und man hat gehandelt.
 Ausführlicher Artikel

Riesling Kabinett Ockfener Bockstein 2012 von Getz-Zilliken, Mosel.Der delikateste Kabinett des Jahres, brillant verarbeitete Restsüße, große Eleganz. Und das für wenig Geld. Kabinettweine wurden in den letzten Jahren sträflich unterschätzt. Die Mode unterstützte nur knochentrockenen Rieslinge. An diesen ist nichts auszusetzen, doch dazwischen will man auch wieder diese traditionellsten aller deutschen Rieslinge trinken. Lecker, fruchtig. Und einfach gut.
 Ausführlicher Artikel bei CaptainCork.
Sauvignon Blanc 500 2012 von Von Winning und eine nicht näher bezeichnete, weitere Fassprobe von Von Winning aus 2012, Pfalz.Der beste Sauvignon Deutschlands, wenn nicht Europas. Grandioser Fasseinsatz, wie es sonst nur die Franzosen können. Önologe Stephan Attmann hat den deutschen Weinbau mit seiner grandiosen Fähigkeit, Holz und Mineralität zu vereinigen revolutioniert. Neben Riesling macht er das auch bei diesem Sauvignon. Und – ehrlich gesagt – ist er da noch einen Tick weltmeisterlicher unterwegs.
 Ausführlicher Artikel bei CaptainCork.

Lesen Sie hier den klompletten Artikel: http://winzerapp.com/die-besten-weine-des-jahrganges-2012

 


 

Mittwoch, 27. November 2013

MIRTO RIOJA DOCa RAMON BILBAO

MIRTO RIOJA DOCA RAMON BILBAOMit dem Icon-Wein Mirto zeigen Ramón Bilbao und sein Chef-Kellermeister ihr ganzes Können. Die Trauben stammen von über 70 Jahre alten Rebstöcken aus der Haro-Region. Nach sorgfältiger, temperaturkontrollierter Gärung zur optimalen Extraktion von Aromen und Farbe, wird der Wein der malolaktischen Gärung unterzogen. Danach reift er 24 Monate in neuen französischen Allier-Eichenfässern. Im Anschluss wird er ohne jede Schönung und Filterung abgefüllt und reift einige Monate in der Flasche weiter.
 
Dunkle Früchte und Sandelholzaromen in der Nase, würzig und wuchtig am Gaumen, mineralische Anklänge, dazu eine frische Säure und ein unendliches Finale.
 
Auszeichnungen
Parker 92+ Punkte | Penin 91 Punkte

  • Ramon Bilbao
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    Die vergangenen zehn Jahre ging es mit dem Weingut Ramón Bilbao steil bergauf. Rodolfo Bastida entwickelte neue Weinkonzepte, es wurde massiv in die neue Ausstattung, Technik und den Barrique-Keller investiert. Bodegas Ramón Bilbao befindet sich in einer privilegierten Lage: Die Gegend um die Ortschaft Haro in der Rioja Alta ist ein Paradies, in dem die hier als Wahrzeichen geltende Tempranillo-Traube beste Ergebnisse hervorbringt. Ramón Bilbao besitzt derzeit gut 75 Hektar Weinberge in Haro und den umliegenden Ortschaften. Die Ernte erfolgt grundsätzlich von Hand.

    www.bodegasramonbilbao.es

     
     
     
     
     
     

    Dienstag, 26. November 2013

    Berühmte Weingüter: Chateau d'Yquem

    Gutshaus Chateau d'Yquem

    Das Château d’Yquem ist eines der berühmtesten Weingüter der Erde, es produziert ausschließlich Weißweine, die zu den teuersten Weinen gehören. Bekannt ist es vor allem für seinen Süßwein.
    Das Gut liegt in Sauternes, einer kleinen Ortschaft südöstlich von Bordeaux. Es ist das einzige Gut des Bordeaux, das anlässlich der Klassifikation von 1855 einen offiziellen Status als Premier Grand Cru Classé Supérieur genießt.
    Das 100 ha große Weingut war Jahrhunderte im privaten Besitz der Familie Lur Saluces. Der Urahne sei ein „Kind der Liebe“ eines der Sonnenkönige von Versailles gewesen. Der heutige Graf Lur Saluces verkaufte das Gut 1996 an den Luxusgüter-Konzern LVMH (Louis Vuitton Moët Hennessy), verblieb zunächst im Angestelltenrang eines Directeur General und wurde 2004 pensioniert. Er wurde durch Herrn Lurton ersetzt, der vormals auf Château Cheval Blanc, einem der besten Saint-Émilion-Weingüter, verantwortlich zeichnete.
     
    Eine Flasche Chateau d'Yquem 1973
    Eine Flasche Chateau d'Yquem 1973
    Die Arbeit auf Yquem kennt einige Besonderheiten und Unterschiede zu anderen Weingütern:
    • Die Lese geschieht mehrfach auf denselben Feldern: man erntet ein Feld nicht nach mittlerer Reife ab, man erntet auch nicht Trauben als Ganzes, sondern selektiert bei der Ernte in mehreren (bis zu zehn) Lesegängen aus den Trauben die einzelnen Beeren heraus, die gerade den richtigen Reifegrad haben.
    • Yquem bringt in schlechten Jahren, wenn das Wetter nicht genügend mitspielte, gar keinen Grand Vin, den „großen“ Süßwein unter dem Namen Château d’Yquem heraus. Die Weintrauben werden dann an andere Güter oder Händler verkauft, oder sie stehen dem trockenenWeißwein „Y“ (gesprochen Igrek) zur Verfügung. Bestimmte Jahrgänge von Yquem-Weinen gibt es daher gar nicht. Das Gut verzichtet dann – bei fortlaufenden Kosten – auf viele Millionen Euro Verkaufserlöse, weil man nicht will, dass ein Wein in den Handel gelangt, der den eigenen hohen Erwartungen und denen der Kundschaft nicht entspricht. Im 20. Jahrhundert geschah dies immerhin neun mal (1910, 1915, 1930, 1951, 1952, 1964, 1972, 1974, 1992).
    • Yquem belässt den jungen Wein zur Fassreife vier Jahre lang in den Barriques, den Eichenfässern von 225 Litern, ein Jahr mehr als alle anderen Sauternes-Güter, und doppelt so lange wie die hochwertigen Rotweingüter dies tun, bevor die Weine auf Flaschen abgefüllt werden und in den Verkauf gelangen.
    Yquem hat eine nachgerade fanatische Qualitäts-Philosophie. Dementsprechend extrem aufwendig wird gearbeitet, und dementsprechend teuer ist der Wein. Pro Hektar werden nur 1250 Flaschen produziert, dies entspricht einem Ertrag von knapp 9–10 hl/ha. Aufgrund der hochwertigen Arbeit und aufgrund der besonderen Eigenschaften dieser Weine sind sie äußerst lange haltbar; selbst weit über hundert Jahre alte Flaschen versprechen hohen Genuss.
    Im Jahr 2008 schlossen sich neben Château d’Yquem noch 16 Weingüter des Bordeaux, darunter so namhafte wie Château Suduiraut, Château Olivier und Château La Tour Blanche, in einem Gemeinschaftsprojekt zusammen, mit dem Ziel, bei knapper werdendem Rebmaterial eigene Klone der Rebsorte Sémillon nachzuziehen.
     
    http://www.dein-eigener-wein.de

    Geschichte

    Einen großen Schub erhielt Bordeaux im Jahr 1152: Durch die Heirat von Henry Plantagenet, des späteren Königs Heinrich II. von England, mit Eleonore, der Erbin von Aquitanien, geriet ein großer Teil Westfrankreichs unter britische Herrschaft. Das befestigte Anwesen, das das Tal des Ciron dominiert, gehörte damit ab dem 12. Jahrhundert den Engländern.
    Mit dem Ende der dritten Phase des Hundertjährigen Krieges im Jahr 1453 kam die Region um Bordeaux wieder unter die Kontrolle der französischen Krone. 140 Jahre später pachtete Jacques de Sauvage das Anwesen durch einen Vertrag vom 8. Dezember 1593. Er erweiterte zu Ende des 16. und zu Anfang des 17. Jahrhunderts das Gutsgebäude durch das Anlegen einer Kapelle sowie den Anbau eines Nordflügels. Die Familie Sauvage legte den Grundstein des guten Rufs des Weinguts. In den Adelsstand erhoben, erwarb Leon de Sauvage das Gut im Jahr 1711 definitiv. Erst durch die Heirat seiner Enkelin Françoise-Josèphe Sauvage (1768 – 1851) mit Louis Amédée de Lur-Saluces (1761 – 1788) am 6. Juni 1785 kam das Weingut in den Besitz der Familie Lur-Saluces. Die Familie Lur-Saluces war durch eine Eisenschmiede in der Gemeinde Uza zu Reichtum gekommen.
    Als Louis Amédée an den Folgen eines Reitunfalls starb, leitete seine Witwe das Weingut einige Jahrzehnte. Während der Französischen Revolution wurde sie zwar zweimal inhaftiert, konnte das Gut aber im Gegensatz vieler anderer Weingüter des Bordelais in Familienbesitz halten. In einem Schreiben vom Mai 1787 bescheinigt Thomas Jefferson den Weinen den Rang eines erstklassigen Sauternes.
    Als ihr Sohn Antoine Marie Henry Amédée de Lur-Saluces (1786 – 1823) im Jahr 1807 Marie Geneviève Françoise Joséphine de Filhot heiratete, brachte diese die Weingüter Château Filhot und Château Coutet in die Ehe ein. Im Jahr 1826 ließ Françoise-Josèphe einen Fasskeller anlegen und konzentrierte die Aktivitäten des Guts auf den Weinbau. Nach ihrem Tod im Jahr 1851 übernahm ihr Enkel Romain Bertrand de Lur-Saluces die Geschicke von Château d’Yquem.

    Der „Jefferson-Wein“

    Wann die Produktion der Süßweine begann, ist unklar. Eine Zeit lang wurde unwidersprochen behauptet, dass Thomas Jefferson bereits Ende des 18. Jahrhunderts Weine von Château d'Yquem gekauft habe. 1787 habe er 250 Flaschen des hervorragenden Jahrgangs 1784 bestellt. Weinsammler Hardy Rodenstock hatte 1985 die Geschichte verbreitet, ihm sei in Paris eine nie genau benannte Anzahl von Flaschen dieses Jahrgangs angeboten worden, die wegen des eingravierten „Th.J.“ Jeffersons Besitz zuzurechnen seien, der 1785 bis 1789 Botschafter in Paris gewesen war. Die Verkostung einer dieser Flaschen und die einer Flasche aus dem Jahr 1747 habe ergeben, dass es sich bereits um einen Süßwein handelt.
    Schon im selben Jahr hatte unter anderem die Thomas Jefferson Memorial Foundation zwar Zweifel an dieser Geschichte angemeldet, blieb jedoch ungehört, war die Geschichte doch für Weinfreunde und -produzenten zu schön. 1991 wies ein Labor im Auftrag des Weinsammlers Hans-Peter Frericks nach, dass der Wein in einer dieser „Jefferson“-Flaschen aus der Zeit nach den ersten Atomtests – also nach dem 16. Juli 1945 – stammen musste. Der daraufhin von Frericks eingeleitete Rechtsstreit gegen Rodenstock endete aber in einem Vergleich, über dessen Details Vertraulichkeit vereinbart wurde.
    Ein anderer Weinsammler, William Koch, der Inhaber der Osbow Group, gab ebenfalls Gutachten in Auftrag, um seine 1988 für eine halbe Million Dollar erstandenen vier Flaschen untersuchen zu lassen. Der schwerwiegendste Befund betrifft die Gravuren, die den Gutachtern zufolge von einem modernen elektrischen Bohrer, wie er in Zahnarztpraxen Verwendung findet, stammen. Koch zog am 31. August 2006 vor Gericht, dazu streiten sich die Parteien gerne und oft in einschlägigen Wein- und Gourmetmagazinen, in denen Rodenstock hauptsächlich dagegen hält, Koch habe diesen Wein gar nicht bei ihm gekauft.

     
     
    Mehr berühmte Weingüter finden Sie hier:http://www.weinfunatiker.net/berühmte-weingüter/
     
     
     






     

    Sonntag, 24. November 2013

    Ein neuer Begriff macht in der Weinszene die Runde: Orange-Weine

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    Die Gegensätze: „Enormer Druck. Experiment gelungen. Schnell zuschlagen.“ vs „Missraten. Strapaziert. Flach.“ (© Igor Normann)
    ÖSTERREICH (Wien) - Ein neuer Begriff macht in der Weinszene die Runde. Er wird unterschiedlich interpretiert. Und es hat den Anschein, als ob manche Erzeuger meinen, sie könnten den Wein neu erfinden und neue Geschmacksdimensionen erreichen. Derartige Weine sind schon relativ weit verbreitet. Nach einem ersten „Orange Wine Festival“ in Österreich vor einem Jahr sind am 28. Oktober wieder in Wien beim zweiten derartigen Festival rund 50 Winzer mit etwa hundert Weinen aus Österreich, Slowenien, Kroatien und Italien dabei. Aus Österreich sind einige prominente Namen wie Loimer, Muster, Wimmer-Czerny, Preisinger und Strohmeier vertreten.
    Aber die Frage ist, ob deren Weine und die von anderen Erzeugern, die ein „zurück zur absoluten Natur“ predigen, überhaupt als Orange-Weine durchgehen. Grundsätzlich versteht man darunter Weißweine, die wie Rotwein ausgebaut werden, also auf der Maische verbleiben und nicht sofort oder nach einigen Stunden Standzeit abgepresst werden. Im weiteren Sinn gehören der Verzicht auf Reinzuchthefen, Zusatz von schwefeliger Säure und die Filtration sowie der Ausbau in Amphoren in diese Kategorie. Doch längst nicht alle sind sie hochfarbig. Vielfach schmecken sie ganz normal und haben auch nicht die Gerbstoff-Struktur, die eine Reihe der „neuen Weine“ vom klassischen Ausbau unterscheidbar macht. Ob sie besser sind? Für den, der gern auf Holz beißt, vielleicht. Denn lange Maischestandzeiten bei Weißweinen sorgen nun mal meist dafür, dass Bitterstoffe in den Wein übergehen. Ein paar oberschlaue Sommeliers, die kürzlich bei einer Veranstaltung des Weinhändlers Linke in München dabei waren, schwärmten von neuen Stilistiken und Perspektiven, für die man Gäste begeistern könne. Die Weine, die sich bei der Probe in den Gläsern befanden, waren indes alles andere als bezaubernd und vermittelten keinerlei Trinkspaß. Der Hinweis, man müsse sie halt ein paar Tage vorher öffnen, zog nicht so recht.
    Probiert wurden zwei Nosiola aus dem Trentino, ausgebaut in Amphoren mit mehrmonatiger Standzeit auf der Schale. Die Weine wirkten streng, strapaziert und säurebetont. Statt der „anderen Welt“, die die Winzerin hier erkannte, kam Sehnsucht nach einem klassischen Nosiola auf. Eine weiße Cuvée aus der Südsteiermark, die in Internet-Foren bejubelt wird, ließ im Aroma an die erste Begegnung mit solchen Gewächsen erinnern. „Unsauberer Putzlappen“ wurde damals notiert und jetzt mit der kritischen Nase erneut festgestellt, dass die Hygiene im Keller bei diesem Betrieb wohl nicht ganz weit oben steht. Besser wurde es mit einem Weißwein aus dem Friaul, der aber nur gut sechs Wochen auf der Maische stand und dann zwei Jahre im großen Holzfass reifte. Mit etwas weniger Alkohol wäre der Wein sogar als gut zu bezeichnen, ebenso wie eine weststeirische Cuvée aus Weißburgunder und Chardonnay, die deshalb als Orange-Wein eingestuft wurde, weil hier kein zugesetzter Schwefel im Spiel war (dafür einige Milligramm aus der Natur, die durchaus stützend wirken können).
    Sicher nicht als Orange-Weine gelten die Grauburgunder, die länger auf der Maische stehen und aufgrund ihrer rötlichen Beerenhaut dabei roséfarben werden. In Baden und Württemberg wird so etwas gelegentlich gemacht; dem vorprogrammierten Ärger mit der Weinprüfung wird durch die Deklaration als „Deutscher Wein“ (der frühere Tafelwein) ausgewichen. Der Vin Jaune aus dem französischen Jura, der viel Tradition hat, steht nicht in Gefahr, von den „orangen Wein-Revolution“ erfasst zu werden, obwohl der Wein von der weißen Sorte Savagnin hochfarbig ist, über sechs Jahre in einem Barriquefass liegen muss und im eigenwilligen Geschmack an Sherry erinnert.
    Eine immer wichtigere Rolle in diesem Konzert spielen offenbar die Amphoren, die mal im Keller stehen oder auch – wie es in Georgien seit Jahrtausenden üblich ist – in die Erde vergraben sind. Grundsätzlich ist es nicht so, dass Wein aus Amphoren anders schmecken muss als ein normaler Wein. Der erste Amphorenwein des Berichterstatters, getrunken im Dezember 2003 bei einem Weinbauern in der georgischen Region Kachetien, war hell, klar, kernig und erinnerte an einen soliden Silvaner aus Rheinhessen. Erst vor kurzem waren zwei 2011er aus den autochthonen georgischen Weißweinsorten Kisi und Mtsvane an der Reihe, die beide in den Amphoren (Qvevri) vergoren und dann in diesen Behältnissen sechs Monate gelagert wurde. Das Ergebnis: hochfarbig, kraftvoll, würzig, im Aroma etwas Dörrobst und Honig, eher sanft im Gerbstoff, aber sehr stabil im Anbruch über etliche Tage hinweg.
    Das Gegenstück ein paar Tage zuvor kam von einem namhaften Pfälzer Weingut. Die Cuvée von Gewürztraminer und Grauburgunder stand vier Monate in der ebenerdig abgestellten Amphore (aus Spanien) auf der Maische und wurde unfiltriert gefüllt. Ein phantasievoller Autor lobte in „Die Welt“: „Enormer Druck. Experiment gelungen. Schnell zuschlagen.“ Unsere Runde spuckte die ersten Schlucke wieder aus und kam einheitlich zur Feststellung: „Missraten. Strapaziert. Flach.“
    Schlau sind die Vertreter der orangen Richtung, weil sie Winzer, die schon immer Weine nach alter Väter Sitte erzeugen, mit ins Boot holen. Ein typisches Beispiel dafür ist der ehemalige Maschinenbau-Ingenieur Mladen Roxanich in Istrien (Kroatien), der 2005 seinen ersten Wein machte, bei seinen hochfarbigen Weißen Maischestandzeiten von acht bis 100 Tagen praktiziert und sie anschließend noch mindestens drei Jahre im großen Holzfass ausbaut. Er gilt in der Branche inzwischen als Orange-Winzer – obwohl er eigentlich nur Wein nach seinen Möglichkeiten im Keller macht und es hier fertig bringt, viel Spannung und Komplexität zu erzeugen. Vielleicht kann er mit seiner Qualität als Vorbild für die hochfarbige Szene dienen. Nicht wenige aus dieser Runde betreiben mit ihrer Richtung eher Marketing und scheinen darauf zu vertrauen, dass viele Genießer geschmacklich nicht mündig sind. (r.knoll)
    Quelle: Yoopress
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    Samstag, 23. November 2013

    Cloudy Bay Sauvignon Blanc 2013 - Der Kultwein aus Neuseeland

    Cloudy Bay avancierte innerhalb kürzester Zeit zum "Inbegriff des Neue-Welt-Sauvignons".



    Wer Neuseelands Sauvignon Blanc einfach nicht widerstehen kann, dem bereiten wir hier die größte Freude. Aber auch allen anderen Weinfreunden sei gesagt, dass dieser Wein jedem Zweifler die Argumente nehmen wird. Das von Zitrus, Limette, Mandarine und Fenchel geprägte Parfum des hellen Getränks, das noch von kräutrigen Anklängen verfeinert wird, steigt nicht nur in die Nase sondern auch zu Kopf. Schon wird man gefangen in der Schönheit des Wein-Moments. Am Gaumen frisch, gehaltvoll, exotisch und würzig, mit Mango und Zitronenzesten, die von blumiger Mineralität an der Hand genommen und bis in den lange nachhallenden, trinkanimierenden Abgang geführt werden. Neuseelands Ikone und Vorzeigewein beweist sich als fabelhafter Sauvignon, der einem lange im Gedächtnis bleiben wird.



    Die Traubenernte in den frühesten Morgenstunden geht direkt ins Keltern über. Ab dem 29. April und bis zum 15. März wurde gelesen. 48 bis 72 Stunden nach dem Keltern gelangt der Saft mit Hefe versetzt in Stahl. Die gekühlte Gärung in Edelstahltanks führt zum vollen Erhalt der typischen Fruchtaromen der Rebsorte. Dazu werden sowohl Fein- als auch Wildhefen verwendet. Der abgefüllte Wein ist eine Assemblage aus bis zu 60 verschiedenen Sauvignon Blanc-Weinen, von denen jeder über einen klaren Ausdruck seiner Herkunft verfügt.


    Das Weingut

    1985 führte der Pioniergeist den Gründer David Hohnen und den Weinproduzenten Kevin Judd nach Marlborough, wo sie einen aromatischen, kräftigen Sauvignon Blanc herstellten. Cloudy Bay war eines der ersten fünf Weingüter in Marlborough und erlangte innerhalb kurzer Zeit Weltruf als anerkannter Erzeuger von neuseeländischem Sauvignon Blanc. Diese Position bauten sie sich mit einer exzellenten Produktpalette weiter aus, zu der auch Chardonnay, Pinot Noir, Riesling und Gewürztraminer gehören.

    Hier können Sie den Wein für 21,95 € bestellen

    Mehr Sauvignon Blancs aus Neuseeland finden Sie hier

    Hier gibt es noch den 2012
     



    Dieter's Weinfunatiker Magazin

    Sie interessieren sich für Wein und möchten gerne mehr darüber erfahren?

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    Beim Wein ist es wie bei vielen schönen Dingen im Leben: Je mehr man darüber weiß und je mehr Erfahrung man damit hat, desto mehr Spaß machen sie.

    Aus dem Inhalt der aktuellen Ausgabe:
     
    Portrait der neuen deutschen Weinkönigin Nadine Poss
    Die schönsten Plätze um ein Glas zu trinken
    Der andere Guardiola: Chardonnay Guardiola, Sizilien
    Was ist ein Chablis ?
    Champagner, Sekt, Prosecco -wo ist der Unterschied ?
    uvm

    Donnerstag, 21. November 2013

    Weinbetrüger will sich in Schuldunfähigkeit retten

    Quelle: NYT
    Icon EN
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    Rudy Kurniawan (© Corie Brown – Zester Daily)
    USA (New York) - Der Fall Rudy Kurniawan, dem man Weinbetrug in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro nachweisen will, sollte eigentlich am 9. September vor Gericht verhandelt werden. Als Zeugen der Anklage waren Laurent Ponsot von der Domaine Ponsot in Burgund, ein Vertreter der Domaine de la Romanée Conti sowie Christophe Roumier von Domaine Georges Roumier vorgesehen, die per Video zugeschaltet werden sollten. Doch nun haben die Anwälte von Kurniawan ein psychiatrisches Gutachten über ihren Mandanten beantragt.
    Berichte der New Yorker Presse spekulieren dahingehend, dass die Anwälte versuchen, Rudy Kurniawan ganz oder auch nur zum Teil für "unzurechnungsfähig" erklären zu lassen. Eine zweite Vermutung geht dahin, Verwirrung zu stiften und den Prozess zu verzögern. Kurniawans Anwälte werden in den Medien zitiert: "...wir haben gebeten, ihn untersuchen zu lassen." Welchen genauen Auftrag der Psychiater hat, war den Anwälten nicht zu entlocken und wohl auch nicht seitens des Gerichts zu erfahren. "Wir wollen, dass die Untersuchung so schnell wie möglich ausgeführt wird - keinesfalls wollen wir den Prozess verzögern", werden die Anwälte weiter zitiert.
    Für Kurniawan wurde bei der Anklageerhebung im Mai dieses Jahres eine Kaution für 18 Monate hinterlegt. In diesem Zeitfenster wird sich wohl das Procedere bewegen. Die Anklage gegen Kurniawan wegen Weinfälschung im großen Stil schickte damals Schockwellen in die Weinwelt. Der aufgrund seiner profunden Kenntnisse über die Domaine de la Romanée Conti (DRC) als "Dr. Conti" bekannte Rudi Kurniawan soll gefälschtem Wein für hohe Summen verkauft und zudem via Mail und Internet betrügerisch gewirkt haben. Nach wie vor sind Laurent Ponsot, Christophe Roumier und ein Vertreter der DRC als Zeugen am Prozess beteiligt.
    Rudy Kurniawan (geboren 1976 in Jakarta, Mutter Indonesierin, Vater Chinese) war nach der Jahrtausendwende ein prominenter Wein Sammler. 2007 machte er Schlagzeilen als Besitzer des wohl größten Weinkellers der Welt. Im gleichen Jahr wurden seine 1982er Magnums von Château Le Pin, die er zur Auktion bei Christie´s angestellt hatte, als Fälschungen erkannt. Christie´s nahm das Los sofort aus der Liste. Parallel fiel David Molyneux-Berry, ehemaliger Leiter der Weinabteilung bei Sotheby 's, auf, dass Château Latour in 1947 nur fünf Magnums gefüllt hatte - Kurniawan hatte aber im Jahr 2006 weit mehr Magnums dieses Jahres in den Verkauf gebracht. (red.yoopress)
     
    http://www.dein-eigener-wein.de