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Mittwoch, 20. November 2013

VDP-Chefin wird Winzerin

Eva Raps, seit 1997 Geschäftsführerin des Verbandes Deutscher Prädikatsweingüter (VDP), darf sich demnächst als „Jungwinzerin“ bezeichnen. Denn sie hat gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten, dem Schweizer Käsespezialisten Urban Kaufmann aus Andwil (Kanton St. Gallen), das Weingut Hans Lang in Hattenheim erworben. Kaufmann (40) übernahm bereits am 1. November offiziell die Nachfolge des bald 65-jährigen Lang, der es mit seiner Frau Gabriele dann etwas ruhiger angehen lassen will.
„Es ging alles sehr schnell“, erzählte Raps. „Das erste Gespräch gab es im Frühjahr 2013.“ Sie wird ihre Tätigkeit beim VDP in nächster Zeit reduzieren und ist glücklich, dass sie schon eine Nachfolgerin gefunden hat. Der Übergang wird reibungslos sein. Denn die Neue ist die Alte: Hilke Nagel, die vor Raps schon mal die VDP-Geschäfte führte und sich dann wegen der Familie auf den Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zurückzog, ehe sie diesen auch vor rund einem Jahr aufgab, wird ihr Comeback beim VDP feiern.
Dass Lang, der optisch nicht an ein Rentenalter denken lässt, seinen 20-Hektar-Betrieb verkauft hat, liegt an der fehlenden Nachfolge. Tochter Stefanie wählte eine andere Berufslaufbahn und zeigte kein Interesse an einer Weiterführung des solide strukturierten Weingutes, das unter anderem durch seine Zusammenarbeit mit Discounter Aldi von sich reden machte. Seit einigen Jahren liefert Lang einen Riesling Classic in stattlicher fünfstelliger Auflage an Aldi Süd. Der Wein steht in der Regel für 7,99 Euro im Regal. Proteste aus der Branche wehrte Lang mit dem Argument ab, dass es sich auch für ihn um ein gutes Geschäft handle und der Abnehmer ein flotter Zahler sei, der sich an Abmachungen halte. In der Tat hat ein Winzer im Tagesgeschäft lang daran zu knabbern, eine solche Weinmenge an Privatkunden oder Fachhändler zu vermarkten.
Der Kontrakt für das nächste Jahr sei bereits unterschrieben, berichtete Eva Raps, die künftig im Weingut für Verkauf und Verwaltung zuständig sein wird. Lang selbst wird noch die nächsten drei Jahre für den Keller und den Weinausbau aktiv sein. Das ist auch Voraussetzung für einen Verbleib des Weingutes im VDP. Normalerweise erlischt bei einem Verkauf zunächst einmal die Mitgliedschaft (so musste Schloss Reinhartshausen nach dem Verkauf an die Brüder Lergenmüller ausscheiden, YOOPRESS berichtete: "Pfälzer Familie Lergenmüller übernimmt Schloss Reinhartshausen im Rheingau").
„Aber wir haben uns satzungsgemäß verhalten, den Betriebsübergang vorher vom Bundesvorstand genehmigen lassen und uns mit der Auflage einverstanden erklärt, dass ich vorläufig verantwortlich für die Weine bleibe“, erzählte Hans Lang. „Nach drei Jahren erfolgt eine Überprüfung nach den VDP-Richtlinien.“ Bis dahin kann sich Weinfan Kaufmann (dessen Vater bereits Winzerbedarf verkaufte) in Theorie und Praxis des Weinmachens einarbeiten.
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Am 1. November 2013 siedelte Urban Kaufmann aus der Schweiz in den Rheingau um und trat die Nachfolge an. (© WG H. Lang)
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Hans Lang (neben seiner Ehefrau Gabriele) wird dem Nachfolger unterstützend und beratend zur Seite stehen. (© WG H. Lang)
Entscheidend war die „Chemie“ zwischen Verkäufer und Käufer. „Mit Hans und Gabi funktioniert es zwischenmenschlich gut“, verrät Kaufmann, der vorher eine Reihe von Weingütern im Fokus hatte. Interesse an einer Übernahme gab es schon längere Zeit. Für seine Mastschweinzucht und die Käserei, die zwei Millionen Liter für Appenzeller verarbeitete, hat er schon einen Nachfolger gefunden. Hilfestellung bei der Suche nach einem Weingut gab ihm das Mainzer Beratungsunternehmen „Wine-Land“, das sich darauf spezialisiert hat, zwischen verkaufswilligen Winzern und Interessenten zu vermitteln. Sprecher Valentin Brodbecker meint: „Es ist ein echter Bedarf da, weil es immer öfter vorkommt, dass willige Nachfolger fehlen.“ (r.knoll)
Quelle: Yoopress
 
 
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